DAS TIER IM DSCHUNGEL (UA)

von merle zurawski und team

THEATER DER STADT AALEN

"WAS, WENN WIR SCHON GESCHEITERT SIND? WAS IST WENN DIE KRISE BEREITS HINTER UNS LIEGT UND ES NICHTS MEHR GIBT, WAS WIR NOCH MACHEN KÖNNEN?"

Was passiert, wenn wir gewesen sein werden? Unsere Körper kompostiert, auferstanden, wiedergeboren, als Regenwurm, als Geist, zu Asche, zu Staub, zu Erinnerung, zu Etwas, das weiterzieht im Sternenstrudel des Universums.
Vielleicht wartet danach nichts mehr auf uns. Und vielleicht ist das auch in Ordnung. Sicher ist nur: Wir werden gelebt haben – und dieses Leben wird Spuren hinterlassen haben – in uns und in Anderen.

Joann Marcher und May Bartram begegnen sich nach langer Zeit wieder. Zu spät? Oder doch noch früh genug? Sie stehen gemeinsam an der Schwelle eines Lebens, das schon vergangen ist und suchen nach jenem einschlagenden Moment ihrer Vergangenheit, der alles verändert haben wird. Doch während sie erinnern, begleitet sie eine leise Gegenwart, die sich nicht abschütteln lässt. Etwas, dass vielleicht schon immer da gewesen sein wird.

Ausgehend von Motiven der Kurzgeschichte „Das Tier im Dschungel“ entsteht ein immersives Raumerlebnis im Kasino der Schwäbischen Post. Ein Erlebnis über Zeit, Vergänglichkeit und das leise Nachbeben eines Ereignisses, das längst geschehen ist.
In seiner 1903 erschienenen Kurzgeschichte beschreibt Henry James zwei Menschen am Rande des Lebens, die es nie gewagt haben, hineinzuspringen und es in vollen Zügen zu genießen. Zwischen Fragen nach Freundschaft, Liebe, Freiheit und Vergänglichkeit, behandelt er einen grundlegenden Topos des 20. Jahrhunderts: Die Angst vor dem ungelebten Leben – und vor der Erkenntnis, dass die große Katastrophe vielleicht nicht das ist, was kommt, sondern das, was ausgeblieben ist.

MIT Stella Butz, Lena Karius, Sascha Paul Klaus
INSZENIERUNG, TEXT Merle Zurawski

BÜHNE, KOSTÜME Kathrin Frech

MUSIK UND MUSIKALISCHE LEITUNG BÜRGERCHOR Dmitry Klenin

SOUNDDESIGN Cäcilie Willkommen

DRAMATURGIE UND MITARBEIT AM TEXT Jana Riese

PRODUKTIONSLEITUNG Julius Ferstl

REGIEASSISTENZ Anna Widmann

BEWEGUNGSCHOR Heike Exner, Luise Mendel, Conscha Miehlich, Gisela Rauch, Michael Schaal, Tilman Schneider, Elke Trianni und Sara Weiler

Premiere: 24.04.2026

Eine Koproduktion zwischen dem Theater der Stadt Aalen, der Schwäbischen Post und der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg

FOTOS: (c) Theater der Stadt Aalen_Peter Schlipf

auch zahnlose lefzen schnappen nie sanft

in den worten anderer

GMÜNDER TAGESPOST:

Es ist nichts weniger als das Ende des Lebens, worauf dieses Theaterexperiment zusteuert. (...) Angst und Vergnügen, Hoffnung und Heimsuchung, Wiedersehen und Wahrheitssuche - die Wirkung dieser Fragmente eines Lebens werden im experimentellen Zwischenreich vom Bewegungschor unterstützt. (...) Mehr und mehr saugt die Performance die Besucher auf, unter den stumm-gestrengen Weisungen der Erinnyen-ähnlichen Wächter*innen mixen sich Darsteller und Publikum, welches den Raum des Wartens schließlich mit seltsam gemischten Gefühlen verlässt. Zumindest am Premierenabend sieht Intendant Tonio Kleinknecht gute Gründe die Zusammenarbeit zu feiern.

Anke Schwörer-Haag

FOTOS: (c) Theater der Stadt Aalen_Peter Schlipf

SCHAÄBISCHE POST AALEN:

Mit "DAS TIER IM DSCHUNGEL - auch zahnlose lefzen schnappen nie sanft" bringt das Theater Aalen unter der Regie von Merle Zurawski ein intensives, interaktives Theatererlebnis auf die Bühne - oder viel mehr in einen außergewöhnlichen Spielort. (...) Während sie versuchen jenen entscheidenden Moment zu finden der alles verändert haben könnte, wird ihre Suche von einer stillen, unausweichlichen Gegenwart begleitet.

Tina Nusshör